:: wikimiki.org ::
| Daur |
DaurDie Daur (auch: Dauren, Daguren, Daghuren u.a.; Eigenbezeichnung: Daor; Chinesisch: 達斡爾族, Pinyin: Dáwò'ěrzú) sind eine der 55 offiziell anerkannten Minderheiten der Volksrepublik China. Nach der letzten Volkszählung im Jahr 2000 zählen sie 132.394 Menschen. Sie leben vor allem in der Inneren Mongolei, Heilongjiang und Xinjiang.
Weblinks
- Ethnische Minderheiten in Xinjiang - [http://german.china.org.cn/german/187198.htm Die Nationalität der Dahuren] (chinesische Regierungsseite auf Deutsch) Anmerkung: Die Schreibweise "Dahur" bzw. "Dahuren" wurde in China vor einigen Jahren offiziell abgeschafft, wird aber auf dieser Seite trotzem noch verwendet!
- [http://www.china.org.cn/e-groups/shaoshu/shao-2-daur.htm The Daur ethnic minority] (chinesische Regierungsseite auf Englisch)
Literatur
- Hu, He 胡和 [Hg.], Dagur-Niakn Duaillml Usgsul 达斡尔语汉语对照词汇 Dawo'eryu Hanyu duizhao cihui (Daurisch-Chinesisches Wörterverzeichnis). 黑龙江省民族研究所 Heilongjiang sheng minzu yanjiusuo (Nationalitäten-Forschungsinstitut der Provinz Heilongjiang) u. 黑龙江省达斡尔族学会 Heilongjiang sheng Dawo'erzu xuehui (Gesellschaft der Provinz Heilongjiang zum Studium der Daur). 哈尔滨 Harbin 1988. 2+7+385 S.; [Daurisch-Chinesisch].
- Namcarai 拿木四来 [Verfasser], Mônggôl Dagûr Hitad torul sadûn û dagûdalga yin tôli (Mongolisch-Daurisch-Chinesisches Lexikon der Verwandtschaftsbezeichnungen). 内蒙古人民出版社 Nei Menggu renmin chubanshe (Volksverlag der Inneren Mongolei). 呼和浩特 Hohhot 1988/1992. ISBN 7204003047. 12.+2.618 S.
Wiki-Link
Völker Chinas
Kategorie:Ethnie
Kategorie:Mongolisches Volk
Kategorie:Asiatische Ethnie
Kategorie:Bevölkerung (China)
Minderheit
Eine Minderheit ist eine demographische Gruppe auf einer bestimmten territorialen Einheit (Staat, Region,...), die sich durch bestimmte personale Merkmale von der Bevölkerungsmehrheit unterscheidet. Merkmale in diesem Sinne können Sprache, Rasse, Religion, Moral, soziale Funktion u.v.a. mehr sein. Häufig werden Minderheiten auf Grund von Vorurteilen ausgegrenzt und sind deshalb Opfer von Gewalt.
Faktor für die Entstehung von Minderheiten ist die Besiedlung eines Landes. Sie kann dazu führen, dass die bereits vorherrschende, einheimische Bevölkerung zur Minderheit wird und sich an die Werte und Normen der Bevölkerung anpassen müssen.Dies kann so weit gehen, dass die Existenzberechtigung von Minderheiten nicht mehr anerkannt wird.
Im herkömmlichen Sinne meint man mit Minderheiten ethnische oder nationale Minderheiten, das heißt Bevölkerungsgruppen, die auf dem Territorium eines Staat leben, in dem eine andere Volksgruppe die Mehrheit bildet, also die "Macht" innehat. Die UNO und andere internationale Organisationen haben für diese Fälle so genannte Minderheitenrechte festgesetzt, die in den verschiedenen Mitgliedsstaaten unterschiedlich respektiert werden (siehe auch Minderheitenschutz, Menschenrechte). Auch in Tokyo wurde 1988 eine Organisation gegründet, die versucht auf die Probleme und Diskriminierungen von Minderheiten aufmerksam zu machen und sich für die Rechte benachteiligter Volksgruppen einzusetzten: Die IMADR (International Movement Against All Forms of Disrimination and Racism).
In der Sozialpsychologie werden 2 Arten von Minoritäten unterschieden:eine numerisch-statistische und eine soziale.
Letztere beschreibt eine Minderheit, die sich durch kulturelle und/oder psychische Merkmale vom Rest der Gesellschafft unterscheidet und so von der sozial dominierenden Gruppe als minderwertig angesehen und auch so behandelt wird.
Unter dem Einfluss der amerikanischen Soziologie hat der Begriff "Minderheit" in den letzten fünfzig Jahren einen Bedeutungswandel erfahren. Der Begriff lässt sich so auf praktisch alle Gruppen anwenden, deren Mitglieder von den vorherrschenden Sitten und Verhaltensweisen abweichen, die zahlenmäßig weniger als die Hälfte einer gegebenen Bevölkerung ausmachen und die weniger Einfluss haben als die restliche Bevölkerung.
Definition des Begriffes Minderheit
Eine Minderheit sind Menschen, die aufgrund ihrer ethnischen, sozialen oder religiösen Zugehörigkeit auch häufig wegen ihrer sexuellen Orientierung, Diskriminierung erfahren. Diskriminierung ist politisch als Ausschluß von bestimmten Rechten zu sehen, sozial als die Erfahrung von Vorurteilen und Ausgrenzungen. Die Grundlage für diese Definition ist nicht die geringere Zahl der Gruppenmitglieder, sondern ihre geringere Macht gegenüber einer hegemonialen Mehrheit.
Entstehung von Minderheiten
Minderheiten können auf verschiedene Weisen entstehen. Die Entstehungsgeschichte einer bestimmten Minderheit hat in der Folge Auswirkungen auf ihre soziale Identität sowie auf das Konfliktpotenzial, das von ihr ausgeht.
Eine existierende, auf einem bestimmten Territorium vorhandene Bevölkerung wird durch militärische Invasion oder massive Immigration eines anderen Volkes verdrängt respektive dezimiert. Die Invasoren installieren ihre politische, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Struktur und die ehemals eingeborene Bevölkerung lebt als Minderheit auf ihrem eigenen Territorium weiter. Klassisches Beispiel: Die Indianervölker auf dem amerikanischen Kontinent.
Völker (oder ihre Angehörigen) werden systematisch in ein Gebiet umgesiedelt, in dem sie in der Folge als Minderheit leben. Je nachdem, ob die Individuen weiterhin Kontakt mit Angehörigen ihres Volkes haben oder nicht, bleibt die kulturelle Identität mehr oder weniger erhalten. Es kann jedoch auch geschehen, dass sich in der Fremde eine neue kulturelle Identität entwickelt. Klassisches Beispiel: Schwarze Bevölkerung in den USA.
Erzwungene Migration durch Vertreibung
Soziokulturelle Einheiten müssen ihr angestammtes Gebiet verlassen und siedeln sich in der Folge auf einem anderen Territorium an. Beispiel: Amish und Mennoniten. Ein Spezialfall der Vertreibung ist die so genannte Diaspora, bei der eine bestimmte Bevölkerung von ihrem angestammten Gebiet vertrieben wird und sich in der Folge verstreut über den Erdball niederlässt. Die gemeinsame Kultur und Identität wird bewusst gepflegt und erhalten, so dass die Kultur und der kulturelle Zusammenhalt trotz der Verstreutheit erhalten bleibt. Klassische Beispiele: Juden, Armenier.
Freiwillige Migration
Angehörige bestimmter soziokultureller Gruppen verlassen freiwillig ihr angestammtes Gebiet und begeben sich an einen Ort, an dem sich bereits Menschen mit gemeinsamer Sprache, Kultur, Religion etc. befinden. Dabei kann unter Umständen eine neue kulturelle Identität entstehen, die sich von der Ursprünglichen grundsätzlich unterscheidet. Beispiel: Französischsprachige Kanadier (Québec).
Durch kriegerische oder diplomatische Aktionen werden Teile einer Volksgruppe politisch, wirtschaftlich und kulturell vom Rest ihrer Kultur abgeschnitten. Beispiele: Südtirol, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Vojvodina, Kurden.
Typen von Minderheiten
Es gibt unzählige Versuche, Minderheiten zu kategorisieren und typologisieren. Eine grobe Unterscheidung, die auch im völkerrechtlichen Zusammenhang verwendet wird, ist folgende Aufteilung:
#Nationale Minderheiten: Sind Minderheiten, die in einem anderen Staat die staatstragende Mehrheit bilden. Beispiele: Dänen in Deutschland, Ungarn in Rumänien.
#Ethnische Minderheiten: Entsprechen den Kriterien für eine ethnische/nationale Minderheit, haben jedoch kein "eigenes Mutterland". Beispiele: Bretonen, Friesen, Sorben, Roma und Sinti.
#Sprachliche Minderheiten: Sind keine ethnische oder nationale Minderheit, sprechen jedoch eine andere Muttersprache als die Bevölkerungsmehrheit im Staat. Beispiel: frankophone Bevölkerung der Schweiz, Finnland-Schweden.
Minderheiten in Deutschland
Als offizielle nationale Minderheiten in Deutschland sind anerkannt:
- Sorben
- Friesen
- Dänen
- Sinti und Roma
Als Regionalsprache in Deutschland ist seit 1994 zusätzlich anerkannt:
- Plattdeutsch
Minderheiten in Österreich
Die Minderheiten genießen in Österreich den Schutz, der vorerst im Vertrag von Saint-Germain von 1919 und nach dem Zweiten Weltkrieg im Artikel 7 des Österreichischen Staatsvertrages festgehalten ist. Folgende ethnische Minderheiten sind staatlich anerkannt (wobei die kroatische und slowenische Minderheit des Burgenlandes, der Steiermark und Kärntens den direkten Schutz des Staatsvertrages genießen):
- Kroaten
- Slowenen
- Slowaken
- Ungarn
- Tschechen
- Sinti und Roma seit 1993 anerkannte Volksgruppe
Sie machen weniger als 1% der Gesamtbevölkerung aus. In bestimmten Bezirken ist ihr freier Sprachgebrauch als Amtssprache (auch vor Gericht), sowie der Schulbesuch in der Muttersprache gewährleistet. In diesen Orten sind auch zweisprachige Ortstafeln aufzustellen.
Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Ortstafelstreit, Kärntner Slowenen
Minderheiten in der Schweiz
Das politische System der Schweiz basiert nicht wie in einem Nationalstaat auf künstlichen Verwaltungseinheiten, sondern auf natürlich gewachsenen Gemeinschaften. Weil die Schweiz praktisch nur aus Minderheiten besteht, gibt es neben dem ausgeprägten Föderalismus keine offizielle Minderheitenpolitik. "Inoffiziell" existiert eine gewisse Konfliktualität zwischen den Sprachregionen (siehe Röstigraben), diese ist jedoch nicht so akut, dass man von einem Minderheitenkonflikt sprechen könnte, dem mit gesetzgeberischen Maßnahmen begegnet werden müsste. Die sprachlichen Minderheiten (Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) sind bereits heute über ihre Kantone paritätisch in National- und Ständerat vertreten und im Bundesrat sind sie mit ihrem inoffiziellen Anrecht auf 2 oder 3 von 7 Sitzen paritätisch oder sogar überrepräsentiert.
Verwandte Begriffe
- Ethnische Minderheit
- Minderheitenpolitik
- Minderheitenkonflikt
- Minderheitenschutz
- Ghetto
- Armut
- Demokratie
- Vielvölkerstaat
- Deutschsprachige Minderheiten
- religiöse Sondergruppen
- Fahrende
- Diskriminierung
- Diaspora
- Verfolgung von Minderheiten
Literatur
- M. Boden: Nationalitäten, Minderheiten und ethnische Konflikte in Europa. München. Olzog. 1993 (ISBN 3789286400)
Weblinks
- [http://www.eurominority.org Eurominority - Organisation für die Europäischen Minderheiten (Nationen ohne Staat und nationale Minderheiten)]
- [http://www.ecmi.de European Centre for Minority Issues: ECMI]
Kategorie:Völkerrecht
Kategorie:Politik
Kategorie:Soziologie
als:Ethnische Minderheit
ja:社会的少数者
Innere Mongolei
Die Innere Mongolei (In Mongolisch: öbür mongghul) ist ein Autonomes Gebiet in der Volksrepublik China. Im Gegensatz zur Inneren Mongolei ist die Äußere Mongolei mit dem unabhängigen Staat Mongolei identisch. Diese Benennung spiegelt die sinozentrische Sicht wieder; sie ist von der mandschurischen Bezeichnung dorgi/tulergi abgeleitet. Die Mongolen nennen die beiden Regionen Nord/Süd-Mongolei (aru/öbür) und diesem Sprachgebrauch folgen gelegentlich auch die englischen Bezeichnungen.
Geschichte
Der Unterschied zwischen der Inneren und der Äußeren Mongolei ist historisch gewachsen. In der Qing-Dynastie wurde die Innere Mongolei in gewöhnliche chinesische Provinzen unterteilt, wohingegen die Äußere Mongolei weitestgehend in den Vor-Qing-Strukturen belassen wurde.
Bis zum Eisenbahnbau waren die mongolischen Stämme durch Bergketten vom Rest der Welt isoliert. Diese Berge hielten den Rest der Welt aber auch aus der Mongolei heraus.
Noch vor Errichtung der Volksrepublik China wurde 1947 das Autonome Gebiet Innere Mongolei nach dem sowjetischen Vorbild der Minderheitenpolitik eingerichtet. Bis 1949 war das Gebiet der heutigen Inneren Mongolei in die Provinzen Rehe und Suiyuan unterteilt. Dann kam der Westen der Mandschurei (Teile der Provinzen Heilongiang und Fengtien) hinzu.
Geographie
Das Autonome Gebiet grenzt im Norden an Russland und die Mongolei. Im Süden grenzt sie -von Westen nach Osten - an Gansu, Ningxia, Shaanxi, Shanxi, Hebei, Liaoning, Jilin und Heilongjiang.
Heilongjiang
Das Klima der Inneren Mongolei ist kontinental gemäßigt mit langen kalten Wintern und kurzen warmen Sommern. Von Nordosten nach Südwesten nimmt die Regenmenge kontinuierlich ab; im Westen der Inneren Mongolei befinden sich dann Wüsten.
Administrative Gliederung
Die Hauptstadt des Autonomen Gebietes ist Hohhot. Insgesamt ist es – auf Bezirksebene – in neun bezirksfreie Städte und drei Bünde gegliedert:
- Stadt Hohhot (呼和浩特市),
- Stadt Baotou (包头市),
- Stadt Wuhai (乌海市),
- Stadt Chifeng (赤峰市),
- Stadt Tongliao (通辽市),
- Stadt Ordos (鄂尔多斯市),
- Stadt Hulun Buir (呼伦贝尔市),
- Stadt Bayannur (巴彦淖尔市),
- Stadt Ulan Qab (乌兰察布市),
- Xilin-Gol-Bund (锡林郭勒盟),
- Hinggan-Bund (兴安盟),
- Alxa-Bund (阿拉善盟).
Demographie
Der Zensus des Jahres 2000 zählte 23.323.347 Einwohner der Inneren Mongolei.
Ethnische Gliederung der Bevölkerung des Autonomen Gebietes Innere Mongolei (2000)
----
Wikilinks
- Mongolei
- Mongolen
- mongolische Literatur
- Autonome Verwaltungseinheiten Chinas
Kategorie:Autonomes Gebiet (China)
ja:内モンゴル自治区
ko:네이멍구 자치구
Xinjiang
Xinjiang (offiziell chinesisch 新疆维吾尔自治区 Xīnjiāng Wéiwú'ěr zìzhìqū; offiziell uigurisch: شىنجاڭ ئۇيغۇر ئاپتونوم رايونى Shinjang Uyghur Aptonom Rayoni, deutsch: Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang, veraltete Kurzform: Sinkiang; türkisch: Sincan) ist ein Autonomes Gebiet im äußersten Westen der Volksrepublik China. Der nördliche Teil des Gebiets wird auch Dschungarei (Uigurisch Dschungarai oder Dshungariä) genannt.
Das zuletzt im Jahr 1757 von dem Chinesischen Reich eroberte Land Ost-Turkestan (Chinesisch-Turkestan) ist für seine ethnische Vielfalt bekannt. Es wird überwiegend von Turkvölkern bewohnt, von denen die größte Gruppe Uiguren darstellen. Islamistische und pan-turkistische Organisationen der uigurischen Separatisten sorgen immer wieder für regionale Unruhen mit der Forderung nach Unabhängigkeit, da die Bevölkerung ihrer Ansicht nach einem Sinisierungsdruck ausgesetzt ist. Den nördlichen Teil der Region bevölkern größtenteils Kasachen, im Westen gibt es zahlreiche Minderheiten der Kirgisen, Mongolen und Tadschiken. Schon seit Altertum war Xinjiang, durch den der größte Teil der östlichen Seidenstraße führt, Gegenstand zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Völkern und Stämmen. Seine reiche, wechselhafte Geschichte macht Xinjiang zu einer einzigartigen kulturellen Schatzkammer, wo man die Spuren von unterschiedlichsten Zivilisationen Eurasiens vorfinden kann.
Die Hauptstadt des Autonomen Gebietes ist Ürümqi, eine relativ junge Stadt, verglichen mit solchen geschichtsreichen Städten wie Kaschgar, Yarkant, Kuldscha oder Turfan. Andere bedeutende Orte sind die moderne Stadt Shihezi, Urumqi-Vorort Changji, Erdöl-Stadt Karamay, Altay - kasachische Stadt am Fuße der gleichnamigen Gebirgskette, Korla, Hami, Manas, Aksu und Hotan - alte Stadt im Süden des Tarimbeckens.
Geographie
Bevölkerung
Xinjiang hat laut dem Gebietszensus 2002 rund 19 Millionen Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 1,09% pro Jahr.
Der Zensus aus dem Jahr 2000 weist Uiguren (45%) und Han-Chinesen (41%) als die beiden größten Volksgruppen aus. Mit großem Abstand folgen Kasachen (7%) und Hui-Chinesen (5%). Alle anderen Volksgruppen (darunter Kirgisen und Mongolen) kommen auf einen Bevölkerungsanteil von unter 1%.
Quelle: 2000 nian renkou pucha Zhongguo minzu renkou ziliao, shangxia ce 2000 年人口普查中国民族人口资料, 上下册 Tabulation on Nationalities of 2000 Population Census of China, Volume 1, 2. 民族出版社 Minzu chubanshe (Nationalitätenverlag). 北京 Beijing 2003. ISBN 7105054255. 8+1.706 Seiten. [zweisprachig: Chinesisch-Englisch].
Physische Geographie
Topographie: Der Norden wird durch die Dsungarei (auch: Jungarisches Becken) gebildet, während der Großteil der Region durch das Tarim-Becken mit der darin liegenden Taklamakan-Wüste beherrscht wird. Gebirge sind der Altun und der Kunlun im Süden, der Tianshan und die Altaikette im Norden. Die Region hat im Südwesten auch Anteile an den Gebirgsmassiven Himalaya, Karakorum und Pamir.
Das größte stehende Gewässer des Gebiets war einst der Lop Nor, bevor er durch Übernutzung des Tarims und des Kongque austrocknete. Für die ortsansässige Bevölkerung dürfte dies katastrophale Folgen (gehabt) haben. Die größten Flüsse des Gebiets sind bzw. waren der Tarim, der Hädik-gol mit seinen Unterläufen Kongque, Kontsche-darja und Kum-darja) und der Tschertschen-Darja, die einst alle im Lop Nor aufgingen, heute jedoch vollkommen übernutzt und chemisch belastet sind. Heute ist der Bosten-See das größte stehende Gewässer.
Die Region gilt als erdbebengefährdetes Gebiet. Im Februar 2003 wurde die Provinz von heftigen Erdbeben bis Stärke 6,8 auf der Richterskala erschüttert. Mindestens 261 Menschen verloren ihr Leben, etwa 10.000 Häuser hielten den Kräften nicht stand. Aufgrund der Abgelegenheit der Region gelangen aber nur wenige Informationen über solche Katastrophen nach außen.
Politische Geographie
Nachbarstaaten: Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan, Russland und die Mongolei. Die Grenze zu Indien und Pakistan liegt in der umstrittenen Region Kaschmir.
Die Grenzlinie der Provinz von 5.600 km entspricht einem Viertel der gesamten chinesischen Grenzlinie.
Nachbarprovinzen sind Gansu, Qinghai, Xizang (Tibet).
Wirtschaft
Landwirtschaft: In Xinjiang werden z.B. Weintrauben angebaut, die für Reisende in andere Provizen ein beliebtes Mitbringsel sind. Auch Tomaten werden angebaut und in Form von Tomatenmark exportiert. Die Zuckerindustrie ist mit 12 Rübenzuckerfabriken vertreten. Die größte Fabrik der Region ist im Kasachischen Autonomen Bezirk Ili.
Bodenschätze: In den letzten Jahren sind große Erdöl- und Gasvorkommen besonders inmitten der Taklamakan-Wüste und in ihren Randbereichen gefunden worden, die nunmehr erschlossen und ausgebeutet werden. Vor allem Karamay ist stark vom Ölabbau geprägt.
Die chinesische Regierung baut derzeit im pakistanischen Gwadar einen Hafen für den Export der Bodenschätze Xinjiangs, um die wirtschaftliche Entwicklung von Xinjiang zu beschleunigen.
Geschichte
Im Altertum
Im 1. Jahrtausend v. Chr. wurde Ost-Turkestan von zahlreichen sowohl nomadisierenden, als auch sesshaften Ethnien bevölkert. Die Stämme waren zum größten Teil mongolisch- oder turksprachig, doch es gab auch indogermanische Völker wie Tocharer. Im 2-3. Jahrhundert v. Chr. geriet dieses Gebiet unter die Herrschaft der Xiongnu (Hunnen), wurde aber 104 v. Chr. während der Han-Dynastie vom Kaiserreich China erobert, das ein strategisches Interesse an der Seidenstraße besaß. Im Jahre 25 wurden die Chinesen von den Hunnen besiegt und konnten ihre Herrschaft erst 73 wieder aufbauen.
Nach dem Untergang der Han-Dynastie kontrollierten die den Hunnen verwandten Stämme der Xianbei und Ruanruan dieses Territorium. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts konnte sich im Ost-Turkestan kurz das Osttürkische Reich (Khaganat) etablieren, doch während der Tang-Dynastie eroberten die Chinesen ihre verlorenen Gebiete zurück (645 – 763). Im 9. Jahrhundert siedelte der größte Teil der nomadisierenden Stämme der Uiguren vom Baikal nach Ost-Turkestan über. Hier bauten sie im Turfan-Becken ihren eigenen Staat auf, der im 12. Jahrhundert ein Vasall der mongolischen Kitan wurde. Später wurde Ostturkestan vollständig von den Mongolen unterworfen und zuerst ins Tschagatai-Reich, danach ins Reich des Timur eingegliedert. Nach dem endgültigen Untergang dieser Reiche gründeten hier die westmongolischen Stämme der Oiraten (Dschungaren) ein Khanat.
Um 1757 wurde Ost-Turkestan vom Qing-Reich unter Kaiser Qianlong endgültig unterworfen. Nach der Unterdrückung der uigurischen Aufstände unter der Führung von Jakub-Bek (1864-77), vereinten die Chinesen Dschungarei und Ostturkestan in der Provinz Xinjiang (chin. „Neue Grenze“). Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sorgten die in Zentralasien ansässigen Khane von Kokand ständig für Unruhen in den Gebieten um Yarkand und Kaschgar. 1876 wurde Kokand vom russischen General Skobelew eingenommen. Der Zar löste das Khanat Korkand auf und schlug das Gebiet dem russischen Turkestan zu. Bis zur Xinhai-Revolution 1911 galt es als Interessengebiet des Russischen Reiches.
Mit Unterstützung des neuen Präsidenten von China, Yuan Shikai, hat der Gouverneur Yang Zengxin eine Militärdiktatur in Xinjiang eingerichtet. Nach seiner Ermordung 1928 und kurzem Intermezzo der Herrschaft von Jing Shuren („Erste Republik Ost-Turkestan“), kam 1933 Sheng Shicai an die Macht in Ürümqi. Er akzeptierte den Einfluss der Sowjetunion und baute mit ihrer Hilfe die Wirtschaft von Xinjiang auf. Nicht desto trotz führte seine nationalistische Einstellung und minderheitenfeindliche Politik häufig zu Aufständen. Auf der Suche nach Verbündeten wandte sich Sheng in den 40-er Jahren an die Guomindang und wurde nun zum extremen Antikommunisten. Am 5 Januar 1945 wurde seine Herrschaft in Folge der „Drei-Regionen-Revolution“ (benannt nach Altai, Kuldscha und Chochek) gestürzt. Die Revolutionäre proklamierten eine zweite „Republik Ost-Turkestan“, deren Territorium ca. 25% des heutigen Xinjiangs deckte. Ein Jahr später erreichten nationalistische und revolutionär-demokratische Kräfte in Xinjiang eine Übereinkunft, es wurde eine Koalitionsregierung gebildet, die weitgehend sozialistisch eingestellt war.
Im Jahre 1949 erreichten die chinesischen Kommunisten, durch feste Versprechen, weitgehende Autonomie Ost-Turkestans beizubehalten, eine friedliche Eingliederung Xinjiangs in die Volksrepublik China. Im September 1955 wurde das „Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang“ geschaffen. Während der Kulturrevolution (1966-76) musste Xinjiang, wie ganz China, den „Roten Terror“ über sich ergehen lassen, der viele Menschenleben gekostet hat und nachhaltige Folgen hinterließ. Viele Kulturgüter wurden zerstört, ethnische Minderheiten stark diskriminiert, die Autonomie war während dieser Jahre kaum mehr als eine Fiktion. Seit der Ära Deng Xiaopings profitiert Xinjiang im großen Maße vom „Chinesischen Wirtschaftswunder“. Auch kulturell ist Ost-Turkestan inzwischen aufgeblüht, die Sinisierunspolitik der Zentralregierung wurde aber nicht aufgegeben, bloss zurückgefahren.
Aktuelle politische Lage
Deng Xiaoping Das früher starke Bevölkerungswachstum ist neben dem traditionellen Kinderreichtum auch auf Ansiedlung von Han-Chinesen zurückzuführen. Allein von 1949 bis 1973 nahm der Anteil der Han-Chinesen von 3,7% auf 38% zu. In der Hauptstadt sind heute bereits 50% der Bevölkerung Han-Chinesen. Es gibt Vorwürfe, die chinesische Regierung strebe eine Sinisierung der einheimischen Bevölkerung an. In den 50er Jahren wurde zwangsweise das lateinische Alphabet für die uigurische Sprache eingeführt, was jedoch vor mehr als 20 Jahren wieder rückgängig gemacht wurde. Über 300.000 uigurische Bücher über Geschichte und Kultur wurden in der Hauptstadt im Zuge der Kulturrevolution - wie auch im übrigen China - verbrannt. Vorlesungen und Schulen in der Uigurischen Sprache wurden damals geschlossen, sind jedoch dank politischer Lockerungen jetzt wieder zugelassen. Seit 1964 führt die Volksrepublik China Kernwaffentests in Xinjiang durch. Darüberhinaus begeht China eine Modernisierung, so werden unmittelbar neben und vor Moscheen Einkaufszentren gebaut. Obwohl uigurische Geistliche angeblich nicht zu terroristischen Aktivitäten aufrufen, nahmen in letzter Zeit vereinzelte Anschläge zu. Durch eine teilweise Verfolgung flüchteten vereinzelte Gruppen uigurischer Separatisten in die benachbarten Staaten wie z.B. Kasachstan.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker - eine internationale Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und dem Europarat - berichtet, dass die Bedeutung und der Gebrauch uigurischer Sprache katastrofal zurückgegangen sei, weil im April 2004 China in einer neuen Richtlinie für das Erziehungswesen die Abschaffung der Minderheitenschulen anordnete, in denen auch in Uigurisch unterrichtet wird. Zukünftig soll vor allem in Chinesisch unterrichtet werden, auch in Minderheitengebieten wie in Ostturkistan, die stattdessen seit 1998 im Aufbau befindlichen "Versuchsschulen" bieten Uigurisch nur noch als Wahl- und nicht mehr als Pflichtfach an. Diese Informationen werden von vielen anderen Quellen nicht bestätigt.
Wikilinks
- Autonome Verwaltungseinheiten Chinas
- Turkestan
- Sven Hedin
Literatur
- Oskar Weggel. Xinjiang /Sinkiang: Das zentralasiatische China. Eine Landeskunde, Hamburg 1985, ISBN 3889100198
- Sven Hedin, Im Herzen von Asien, Leipzig (F. A. Brockhaus) 1903
- [http://www.gruzim.de Andreas Gruschke], Neulanderschließung in Trockengebieten der VR China und ihre Bedeutung für die Nahrungsversorgung der chinesischen Bevölkerung, Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Nr. 194, Hamburg 1991, ISBN 3889100872
Weblinks
- [http://www.fallingrain.com/world/CH/13/a/ Ortsnamen, Alternativnamen und Lage der Orte in Xinjiang]
- [http://www.gfbv.de/volk.php?id=34 Gesellschaft für Bedrohte Völker]
- [http://www.uygur.org/deutsch.htm Weltweites Uigurisches Nachrichtennetz 2005]
- [http://www.china.org.cn/german/112244.htm Geschichte und Entwicklung Xinjiangs aus Sicht der Kommunistischen Partei] (deutsch)
- [http://www.unpo.org/member.php?arg=21 Unrepresented Nations and Peoples Organisation] (englisch)
- [http://www.eastturkestan.net Eastturkestan] (englisch)
Kategorie:Autonomes Gebiet (China)
ja:新疆ウイグル自治区
ko:신장 웨이우얼 자치구
th:เขตปกครองตนเองซินเจียง
Völker Chinas, Uigurisch und Zhuang (in alter Rechtschreibung)]]
Obwohl knapp 92 % der chinesischen Bevölkerung Han-Chinesen sind, gehören den 55 offiziell anerkannten ethnischen Minderheiten („Nationalitäten“) und ca. 15-20 nicht offiziell anerkannten ethnischen Gruppen zusammen weit über 100 Millionen Menschen an. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet erstreckt sich über mehr als 60 % des heutigen Staatsgebietes der Volksrepublik China. Nur 18 nationale Minderheiten überschreiten dabei jedoch die Millionengrenze.
Begriffe
In der Volksrepublik China werden die „Nicht-Han“ summarisch mit dem Begriff 少數民族 shaoshu minzu bezeichnet, was mit „Minderheiten-Völker“, „Minderheiten-Nationalitäten“ oder „ethnische Minderheiten“ übersetzt werden kann.
Dabei stellen die „ethnischen Minderheiten“ jedoch vielerorts – lokal oder auch regional – die Mehrheit der Bevölkerung. In der Republik China hat sich (nur für Taiwan) inzwischen die Sammelbezeichnung 原住民 yuanzhu min (Ureinwohner) durchgesetzt. Früher waren Begriffe wie 山地同胞 shandi tongbao (Berglandsleute), 土著民族 tuzhu minzu (Eingeborenen-Völker), 先住民 xianzhu min (Ersteinwohner) oder auch 高山族 gaoshan zu (Völker der hohen Berge) üblich und verbreitet.
Im Gegenzug kann man die „Nicht-Han“ keineswegs generell mit dem Begriff „Ureinwohner“ oder gar „indigene Völker“ von den Han abgrenzen, da auch die Han fast überall in China „Ureinwohner" oder „Indigene“ sind. Taiwan ähnelt als Sonderfall der Situation in den USA und Australien, auch wenn die Anfänge der Besiedlung durch Han hier deutlich länger zurückliegen als die Besiedlung Nordamerikas und Australiens durch Europäer. Schon bei den Tibetern von „Ureinwohnern“ zu sprechen, wäre zwar im Wortsinne nicht falsch, hätte aber doch einen falschen Beiklang, da sie im größten Teil ihres traditionellen Siedlungsgebiets, insbesondere in Tibet, nach wie vor die überwältigende Bevölkerungsmehrheit stellen. Manche ethnischen Gruppen der Volksrepublik, zum Beispiel die Russen und die Salar, könnten (als Zuwanderer) überhaupt nicht, andere – zum Beispiel die Koreaner – nur sehr eingeschränkt als „Ureinwohner“ oder „Indigene“ bezeichnet werden. Auch ein Begriff wie „Randvölker“ trifft nicht auf alle zu, da die Siedlungsgebiete vieler Gruppen die Siedlungsgebiete der Han wie ein Flickenteppich durchziehen.
Zusammenleben der Völker in Geschichte und Gegenwart
Zweisprachiger Unterricht ist heute weit verbreitet, auch sind Angehörige nationaler Minderheiten offiziell von der 1-Kind-pro-Frau-Regel ausgenommen, ohne dass sie staatliche Sanktionen befürchten müssen. Jedoch wird in den traditionell von Minderheiten bewohnten Grenzgebieten von staatlicher Seite die Einwanderung von Han-Chinesen massiv gefördert und die Freiheit der Religionsausübung stark eingeschränkt.
Auch waren die Minderheiten von den negativen Folgen der Zwangskollektivierung und Industrialisierung während des „Großen Sprungs nach vorn“ (1958/59) und der Kulturrevolution (1966-1976) stärker betroffen als die Mehrheitsbevölkerung.
Liste der Völker Chinas
Einige wichtige ethnische Minderheiten sind die
- Nord-China: Mandschu, Mongolen, Ewenken, Daur;
- Nordwest-China: Uiguren, Kasachen, Kirgisen;
- Süd-China: Zhuang, Miao, Yi, Dong, Yao, Bai, Hani, Naxi, Tujia;
- Tibet und Qinghai: Tibeter, Salar, Tu.
In der Reihenfolge der Bevölkerungszahl mit ihren offizielle Bezeichnungen nach GB/T 3304—1991 (中国各民族名称的罗马字母拼写法和代码 Zhōngguó gè mínzú míngchēng de Luómǎ zìmǔ pīnxiěfǎ hé dàimǎ) sind die 56 Völker:
Literatur
- [http://www.gruzim.de Andreas Gruschke]: "[http://people.freenet.de/gruschke.andreas/Ethnographie-Tibets.html Demographie und Ethnographie im Hochland von Tibet]", in: Geographische Rundschau, 49 (1997), Heft 5, S. 279-286
Siehe auch
- Indigene Völker Taiwans
- Hakka
- Hokkien
- Portal:China
ja:中国の少数民族の一覧
Kategorie:Asiatische Ethnie
Kategorie:Ethnie
Kategorie:Bevölkerung (China)
Kategorie:Mongolisches VolkIn dieser Kategorie befinden sich alle Artikel, die sich auf mongolische Stämme und Völker beziehen.
Kategorie:Ethnie
Kategorie:Asiatische EthnieAsiatische Ethnien
Kategorie:Ethnie
Ethnie
Kategorie:Bevölkerung (China)Kategorie:China
Kategorie:Ethnie
Kategorie:Asiatische Ethnie KokkenbakterienAls Kokken werden Kugelbakterien bezeichnet. Sie können völlig rund erscheinen oder leicht länglich geformt sein. Je nach ihrer Lagerung im mikroskopischen Bild unterscheidet man:
mikroskop
- Haufenkokken: haufenförmig gelagerte Kokken (z. B. Staphylokokken, Mikrokokken, Peptokokken)
- Kettenkokken: kettenförmig gelagerte Kokken (z. B. Streptokokken, Enterokokken, Peptostreptokokken)
- Diplokokken: paarweise gelagerte Kokken (z. B. Pneumokokken, Neisserien)
- Tetrakokken: Zusammenlagerung von 4 Zellen
- Paketkokken: Zusammenlagerung von 8 oder mehr Kokken
Kategorie:Archaeen und Bakterien
Online Casino download sitemap zakady bukmacherskie statystyki systemy zarzdzania
|
|
|
|